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Ratgeber

Garantie & Gewährleistung: Ihre Rechte beim Gebrauchtwagenkauf

Wer einen Gebrauchtwagen kauft, sollte seine Rechte kennen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die gesetzliche Gewährleistung in Österreich, den Unterschied zur Garantie und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist Gewährleistung?

Die Gewährleistung ist ein gesetzlicher Anspruch, der Käufern in Österreich automatisch zusteht. Sie ist im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) verankert und kann beim Kauf von einem Händler nicht ausgeschlossen werden. Die Gewährleistung schützt Sie als Käufer davor, dass Sie ein Produkt erhalten, das nicht der vereinbarten Beschaffenheit entspricht oder einen Mangel aufweist, der zum Zeitpunkt der Übergabe bereits vorhanden war.

Im österreichischen Recht gelten folgende Fristen: Bei Neuwagen beträgt die Gewährleistungsfrist zwei Jahre ab Übergabe. Beim Gebrauchtwagenkauf vom Händler kann diese Frist auf ein Jahr verkürzt werden – vorausgesetzt, dies wurde vertraglich vereinbart. Das ist in der Praxis bei den meisten Gebrauchtwagen-Händlern üblich und zulässig.

Wichtig: Beweislastumkehr

In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf gilt die Beweislastumkehr. Das bedeutet: Der Händler muss beweisen, dass der Mangel bei Übergabe noch nicht vorhanden war. Nach Ablauf dieser sechs Monate kehrt sich die Beweislast um – dann müssen Sie als Käufer nachweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe bestand.

Beim Privatkauf sieht die Situation anders aus: Hier kann die Gewährleistung vertraglich komplett ausgeschlossen werden. Formulierungen wie „gekauft wie besichtigt" oder „unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung" sind beim Privatkauf wirksam. Genau deshalb empfehlen wir, Gebrauchtwagen bei einem seriösen Händler zu kaufen – so sind Sie auf der sicheren Seite.

Gewährleistung vs. Garantie – Der Unterschied

Die Begriffe „Garantie" und „Gewährleistung" werden im Alltag häufig synonym verwendet – rechtlich sind sie jedoch grundverschieden. Den Unterschied zu kennen, kann beim Gebrauchtwagenkauf bares Geld wert sein.

Gewährleistung (gesetzlich)

  • Gesetzlich vorgeschrieben (ABGB)
  • Kann beim Händlerkauf nicht ausgeschlossen werden
  • 1 Jahr bei Gebrauchtwagen vom Händler
  • Deckt Mängel ab, die bei Übergabe bestanden
  • Beweislastumkehr in den ersten 6 Monaten

Garantie (freiwillig)

  • Freiwillige Leistung des Händlers/Herstellers
  • Inhalt und Dauer frei wählbar
  • Kann über die Gewährleistung hinausgehen
  • Oft an Bedingungen geknüpft (Inspektionen etc.)
  • Zusätzlicher Schutz – kein Ersatz für Gewährleistung

Kurz gesagt: Die Gewährleistung ist Ihr gesetzliches Recht – die Garantie ist ein Bonus. Eine Garantie kann nie die Gewährleistung ersetzen, sondern nur ergänzen. Achten Sie beim Kauf darauf, ob der Händler eine zusätzliche Garantie anbietet und was diese genau abdeckt. Lesen Sie die Garantiebedingungen immer sorgfältig durch, bevor Sie unterschreiben.

Was ist abgedeckt – und was nicht?

Nicht jeder Defekt an einem Gebrauchtwagen fällt automatisch unter die Gewährleistung. Entscheidend ist, ob ein Sachmangel vorliegt, der zum Zeitpunkt der Übergabe bereits vorhanden war – auch wenn er sich erst später zeigt.

Beispiele für Gewährleistungsfälle:

Motorschaden durch einen bereits bei Übergabe bestehenden, aber nicht erkennbaren Defekt
Undichtes Getriebe, dessen Ursache vor dem Kauf lag
Elektronische Fehler (z.B. defekte Steuergeräte), die bei Übergabe vorhanden waren
Korrosionsschäden, die vom Händler überlackiert oder verschwiegen wurden
Falsche Angaben zum Fahrzeug (z.B. Unfallfreiheit, obwohl ein Unfallschaden vorlag)

Kein Gewährleistungsfall (normaler Verschleiß):

Abgefahrene Bremsbeläge oder Bremsscheiben bei entsprechender Laufleistung
Abgenutzte Reifen, die dem Alter und Kilometerstand entsprechen
Verbrauchte Kupplungsscheiben bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung
Nachlassende Batterieleistung nach mehreren Jahren Nutzung
Normale Gebrauchsspuren an Sitzen, Lenkrad und Pedalen

Die Abgrenzung zwischen Sachmangel und normalem Verschleiß ist in der Praxis oft schwierig. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine unabhängige Begutachtung durch einen Kfz-Sachverständigen. Je besser der Zustand des Fahrzeugs bei Übergabe dokumentiert ist, desto einfacher lässt sich ein späterer Gewährleistungsanspruch durchsetzen oder widerlegen.

Ihre Rechte als Käufer

Das österreichische ABGB gibt Ihnen als Käufer klare Rechte, wenn ein Gewährleistungsfall eintritt. Diese Rechte sind hierarchisch aufgebaut – das bedeutet, Sie müssen zuerst die „sanfteren" Optionen in Anspruch nehmen, bevor Sie weitergehende Ansprüche geltend machen können.

1

Verbesserung (Reparatur)

Der Händler muss den Mangel beheben – auf seine Kosten und innerhalb einer angemessenen Frist. Sie als Käufer dürfen nicht mit unverhältnismäßigen Unannehmlichkeiten belastet werden. Die Reparatur muss fachgerecht und dauerhaft erfolgen.

2

Austausch

Ist eine Reparatur nicht möglich oder mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden, haben Sie Anspruch auf ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug. In der Praxis ist dies bei Gebrauchtwagen selten realisierbar, da identische Fahrzeuge schwer zu finden sind.

3

Preisminderung

Wenn weder Reparatur noch Austausch möglich oder zumutbar sind, können Sie eine Herabsetzung des Kaufpreises verlangen. Die Minderung entspricht dem Wertverlust durch den Mangel.

4

Wandlung (Vertragsauflösung)

Als letztes Mittel können Sie den Kaufvertrag rückgängig machen – Sie geben das Fahrzeug zurück und erhalten den Kaufpreis. Dies ist nur bei einem nicht geringfügigen Mangel möglich und wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind.

Praxis-Tipp

Dokumentieren Sie jeden Mangel schriftlich und mit Fotos. Setzen Sie dem Händler eine angemessene Frist zur Reparatur (in der Regel 2-4 Wochen). Kommunizieren Sie am besten per E-Mail oder Einschreiben, damit Sie einen Nachweis haben.

Gebrauchtwagen-Garantie bei BB-Automobile

Bei BB-Automobile in Ternitz setzen wir auf Transparenz und Vertrauen. Wir wissen, dass der Gebrauchtwagenkauf für viele Kunden eine große Entscheidung ist – deshalb möchten wir Ihnen das bestmögliche Kauferlebnis bieten, bei dem Sie sich von Anfang an sicher fühlen.

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Unser Ziel ist es, dass Sie sich nicht nur beim Kauf, sondern auch danach gut aufgehoben fühlen. Deshalb investieren wir in die Qualität unserer Fahrzeuge und in eine ehrliche Kommunikation. Entdecken Sie unser aktuelles Fahrzeugangebot oder lesen Sie unseren ausführlichen Gebrauchtwagen-Ratgeber für weitere Tipps.

Tipps: Worauf Sie bei der Gewährleistung achten sollten

Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie sich beim Gebrauchtwagenkauf absichern und im Ernstfall Ihre Gewährleistungsansprüche besser durchsetzen. Hier sind unsere wichtigsten Tipps:

Kaufen Sie beim Händler statt privat – nur so haben Sie gesetzliche Gewährleistung, die nicht ausgeschlossen werden kann.
Bestehen Sie auf ein schriftliches Übergabeprotokoll, in dem der Zustand des Fahrzeugs bei Übergabe dokumentiert wird.
Fotografieren Sie das Fahrzeug bei der Übernahme ausführlich – Exterieur, Interieur, Kilometerstand und eventuelle Mängel.
Lassen Sie alle Vereinbarungen (z.B. zugesagte Reparaturen, Zustand des Fahrzeugs) schriftlich im Kaufvertrag festhalten.
Prüfen Sie den Kaufvertrag auf Klauseln zur Gewährleistungsfrist – beim Gebrauchtwagen kann sie auf 1 Jahr verkürzt werden.
Bewahren Sie alle Unterlagen auf: Kaufvertrag, Übergabeprotokoll, Serviceheft, Rechnungen und Korrespondenz mit dem Händler.
Melden Sie Mängel sofort schriftlich – je schneller Sie reagieren, desto besser stehen Ihre Chancen.
Nutzen Sie unsere Gebrauchtwagen-Checkliste, um das Fahrzeug vor dem Kauf systematisch zu prüfen.

Häufige Fragen zu Garantie & Gewährleistung

Wie lange gilt die Gewährleistung bei Gebrauchtwagen?

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens vom Händler beträgt die gesetzliche Gewährleistung in Österreich mindestens ein Jahr. Bei Neuwagen sind es zwei Jahre. Beim Privatkauf kann die Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen werden – beim Händlerkauf ist das nicht möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?

Die Gewährleistung ist ein gesetzlicher Anspruch, der automatisch beim Kauf entsteht. Sie deckt Mängel ab, die zum Zeitpunkt der Übergabe bereits vorhanden waren. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers oder Herstellers und kann über die Gewährleistung hinausgehen – sie ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wer zahlt die Reparatur bei einem Gewährleistungsfall?

Bei einem berechtigten Gewährleistungsanspruch muss der Verkäufer (Händler) die Kosten für die Reparatur oder den Austausch tragen. Der Käufer hat zunächst Anspruch auf Verbesserung (Reparatur) oder Austausch. Erst wenn beides nicht möglich oder zumutbar ist, kann eine Preisminderung oder Wandlung verlangt werden.

Gilt Gewährleistung auch für Verschleißteile?

Normaler Verschleiß fällt nicht unter die Gewährleistung. Bremsbeläge, Reifen oder Kupplungsscheiben, die sich durch den regulären Gebrauch abnutzen, sind keine Sachmängel. Wenn ein Verschleißteil jedoch zum Zeitpunkt der Übergabe bereits defekt oder übermäßig abgenutzt war und das nicht kommuniziert wurde, kann ein Gewährleistungsanspruch bestehen.

Was tun bei einem Mangel nach dem Autokauf?

Melden Sie den Mangel so schnell wie möglich schriftlich beim Händler. Dokumentieren Sie den Mangel mit Fotos und einer genauen Beschreibung. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf gilt die Beweislastumkehr – der Händler muss beweisen, dass der Mangel bei Übergabe nicht vorhanden war. Danach liegt die Beweislast beim Käufer.

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